Hochbegabung

Für diesen Bereich zuständig ist
Dipl.-Psych. Ulla Graumann

Durch die Zusammenarbeit von PsychologInnen, Eltern und Pädagogen werden die notwendigen Voraussetzungen für eine adäquate Förderung der Kinder geschaffen.
Dazu gehören Informationen für Eltern und Pädagogen sowie Gespräche und Tests mit dem Kind.
Im Anschluss an eine ausführliche Diagnostik werden in Beratungen mit allen individuelle Lösungen für die Zukunft erarbeitet.

Was ist Hochbegabung?
Überdurchschnittlich intelligente und hochbegabte Kinder sind ihrem Alter geistig um Jahre voraus. Sie denken sehr schnell, weitreichend und vernetzt. Ihr abstraktlogisches Denken liegt weit über der Norm.

Wer von „Hochbegabung“ spricht, unterscheidet oft nicht zwischen der einseitigen Spitzenbegabung – musischer, sportlicher, sprachlicher, mathematischer, sozialer Art u.a. – und der außergewöhnlichen Befähigung im alle Gebiete umfassenden intellektuellen Bereich. Eine Leistungsspitze auf einem Gebiet bzw. wenigen Gebieten ist nicht automatisch ein Anzeichen für intellektuelle „Hochbegabung“.

Andererseits bringt ein außergewöhnlich intelligentes Kind trotz extrem guten Gedächtnisses, hoher Konzentrationsfähigkeit, geistiger Kreativität und Ausdauer lediglich die Disposition zu ungewöhnlichen intellektuellen Leistungen mit. Eine andere Denkgeschwindigkeit und Denkstruktur eröffnen ihm die Möglichkeit, vielschichtige Prozesse schnell zu erfassen und zu komplexen Problemen neue Lösungen zu finden. Trotz dieses Potentials erkennt man hochbegabte ebenso wie überdurchschnittlich intelligente Kinder eher selten an hervorragenden Schulnoten aber fast immer durch einen Intelligenztest.

Krank durch geistige Unterforderung.
Handeln ist angesagt, denn ohne Förderung kann es zu psychischen, physischen und Verhaltensstörungen kommen. Das hochintelligente Kind leidet – mitunter schon im Kindergarten, doch spätestens in der Schule – an ständiger geistiger Unterforderung. ErzieherInnen und LehrerInnen können die Anzeichen selten richtig deuten, da das Erkennen und Fördern von überdurchschnittlich begabten Kindern in ihrer Ausbildung zumeist nicht vorkommt.

Hinzu kommt das Gefühl, „anders“ zu sein, vor allem solange die Eltern, die LehrerInnen und die Kinder selbst nicht um die Ursachen wissen.

Das führt bei vielen überdurchschnittlich intelligenten und hochbegabten Kindern zu Motivations- und Selbstwertverlust bis hin zu Depressionen und (ernstzunehmenden) Selbstmordgedanken. Resignation und Anpassung (meist bei Mädchen zu finden) werden oft mit psychosomatischen Störungen bezahlt, wie Kopf- und Bauchschmerzen, verstärkte Neigung zu Allergien u.ä..

Aktive Leistungsverweigerung äußert sich eher durch „auffälliges“ Verhalten: Klassenclowns und Störenfriede reagieren so ihre Enttäuschung über die schulbedingte Langeweile ab und laufen Gefahr, als „verhaltensgestört“ in entsprechende schulische Sondereinrichtungen, ggf. auch in die Psychiatrie überwiesen zu werden.

„Underachiever“

Das Missverhältnis zwischen der Veranlagung zu intellektueller Hochleistung und nicht erbrachter schulischer Leistung bis hin zum Schulversagen bei vielen dieser Kinder macht deutlich, dass die Regelschule sie weder mit dem Lehrstoff noch mit der Lehrmethode in adäquater Weise erreicht und ihnen auch andere wesentliche Lernziele nicht vermitteln kann:
– dass Erfolg das Ergebnis von Lernen ist,
– dass Einsatz sich lohnt, um ein Ziel zu erreichen,
– dass Lerntechniken notwendig sind, um komplexe Gebiete zu erfassen.

Ein anderes Sozialverhalten.

Neben Leistungsverweigerung fällt oft das Sozialverhalten dieser Kinder auf: ihr Rückzug von KlassenkameradInnen wird häufig als soziale Unreife missverstanden.

Sie stehen jedoch älteren Kindern sozial und geistig viel näher und können zu ihnen eher Kontakt aufbauen.

Von normal befähigten AltersgenossInnen werden sie selten in ihren anderen Bedürfnissen und Interessen verstanden und akzeptiert.

Es sei denn, sie verstecken ihre geistigen Fähigkeiten und reduzieren sich auf das der Mehrheit verständliche Normalniveau. Solche Selbstzurücknahme trägt immens zu psychosozialen Schäden bei.

Geistige Forderung als Förderung.

Erfahrungsgemäß benötigen überdurchschnittlich intelligente und hochbegabte Kinder zur „Gesundung“ selten eine Therapie, aber immer ein Umfeld, das ihnen intellektuelle Entfaltung ermöglicht.

Es gibt verschiedene Förderangebote für Hochbegabte.

Vor der Teilnahme an speziellen Kursen, Clubs und Workshops verlangen einige Träger einen Intelligenztest der Kinder durch erfahrene DiplompsychologInnen als Nachweis für einen entsprechenden IQ (ein IQ größer 120 indiziert überdurchschnittliche Intelligenz, ein IQ größer 130 Hochbegabung).

Erwachsene

Natürlich beraten wir auch hochbegabte Erwachsene, die häufig o.g. Probleme von früher kennen.

Unterstützend kann eine Selbsthilfegruppe sein, z.B. https://www.cleverpeople.net. Auch hier wird ein Nachweis über einen IQ von über 120 erwartet.