Psychodiagnostik

Für diesen Bereich zuständig ist
– Dipl.-Psych. Thomas Graumann

Unter Psychodiagnostik versteht man die Gesamtheit der psychologischen Verfahren, mit deren Hilfe die Persönlichkeit eines Menschen erfasst werden soll. Außer den verschiedenen Testverfahren gehören zum methodischen Inventar die Anamnese, die Exploration, die Verhaltensbeobachtung und die Verhaltensanalyse.

Die Anwendungsbereiche der Psychodiagnostik sind vielfältig. Sie wird u.a. eingesetzt bei psychiatrischen und somatisch-psychosomatisch erkrankten Personen, in der Erziehungs- und Eheberatung, in schulpsychologischen Diensten, bei forensischen Angelegenheiten, in der Berufsberatung oder bei Eignungsuntersuchungen. Dabei erfolgt die Untersuchung jeweils mit standardisiertem Material und wissenschaftlich überprüfbaren Methoden.

Bei den psychologischen Testverfahren unterscheidet man im Allgemeinen zwischen Fähigkeitstests (z.B. Intelligenz-, Konzentrations- und Leistungstests) und Persönlichkeitstests.

Die menschliche „Persönlichkeit“ ist nun aber nicht nur ein ungewisses, schwer zu fassendes Ganzes, das sich aus eher allgemeinen „Eigenschaften“ – wie z.B. „Kreativität“ oder „Flexibilität“ – einfach zusammensetzt – das menschliche Potential läßt sich vielmehr auch auf einer sehr konkreten Handlungsebene beschreiben: Wenn ich z.B. behaupte, jemand sei im Besitz einer guten „Konzentrationsfähigkeit“, dann kann ich dies zwar aus meinen eigenen, subjektiven Beobachtungen vermuten – genauer wird meine Beobachtung aber, wenn ich sie mit einer tatsächlichen Überprüfung der „Konzentrationsfähigkeit“ verbinde, z.B. dadurch, dass ich die Person in eine Situation bringe, die gerade dies – und eben nur dies – von ihm verlangt.

Hierfür eignen sich im besonderen Maße psychologische Testverfahren. Sie ergänzen, überprüfen und objektivieren meinen eigenen, subjektiven Eindruck oder klären mich über Bereiche auf, über die ich möglicherweise gar keine eigenen Vorstellungen habe (oder haben kann).

Kurz gesagt: die Psychodiagnostik versetzt mich in die Lage, meine Stärken und Schwächen in den unterschiedlichsten Bereichen objektiv auf wissenschaftlicher Grundlage zu überprüfen und mir damit eine äußerst wertvolle Rückmeldung und Entscheidungshilfe zu geben. Dies kann insbesondere bei der Stellensuche bzw. einer Bewerbung und der Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch von besonderer Bedeutung sein. In der Personalauswahl kommt der Psychodiagnostik mit der Anwendung psychologischer Einstellungstests – neben standardisiertem Interview, computergestützten Verfahren und Assessment Center – eine gleichrangige Bedeutung zu.